Nach 15 Jahren Ehe steckt die Beziehung von Angela und Joe in der Krise. Als Angela spontan die Nachbarn Pina und Hawk zum Abendessen einlädt, scheint der Abend zunächst harmlos: ein wenig Smalltalk, Käse, Wein und ein Hauch von Höflichkeit. Doch aus dem Treffen entwickelt sich schnell eine emotional aufgeladene Paarkomödie, in der aus kleinen Reibungen große Spannungen werden. Ohne große Spoiler lässt sich sagen: THE INVITE beobachtet Beziehungen mit Witz, Nerv und einem guten Gespür für peinliche, komische und überraschend ehrliche Momente.
THE INVITE lebt vor allem von seinem grandiosen Cast, dem man die Spielfreude in jeder Szene ansieht. Besonders Seth Rogen macht mit seinem trockenen, leicht brummeligen Spiel richtig Spaß. Olivia Wilde inszeniert den Abend als zynischen Blick auf zwei Paare und auf ihre Erwartungen, Hoffnungen und Fantasien rund um das Liebesleben.
Was als Besuch der Nachbarn von oben beginnt und schon früh durch ein unausgesprochenes Problem zu kippen droht, wird von Minute zu Minute grotesker. Gerade die räumliche Enge ist eine der großen Stärken des Films: Fast alles spielt sich in einer Wohnung ab, niemand kann Konflikten ausweichen, niemand sich verstecken. So entsteht ein dichtes Dialogfeuerwerk, das zwischen Fremdscham, Ironie und echter Verletzlichkeit pendelt.
Der Film hat mir über die gesamte Laufzeit Freude bereitet, ohne mich noch tagelang zu beschäftigen — und genau das ist hier kein Nachteil. THE INVITE ist eine sehr gelungene, pointierte Unterhaltung, die auch für Singles bestens funktioniert, vielleicht sogar gerade für Singles.
Als Neuverfilmung des spanischen Films SENTIMENTAL, international auch als THE PEOPLE UPSTAIRS bekannt, ist diese Version für mich deutlich gelungener als die Schweizer Adaption DIE NACHBARN VON OBEN.